22 Apr 2017 Samstag
Einlass: 20:00 Uhr
Beginn: 21:00 Uhr
Ausverkauft!
AUSVERKAUFT ! SOLD OUT !

ZEAL AND ARDOR

...präsentiert von: Visions

Black Metal Spirituals \ Experimental

Stellt euch vor: Tarantinos berühmter Django enthauptet auf der Bühne eine Ziege, im Hintergrund erschallt kehlig‐kämpferischer Sklavengesang zu kreischenden Riffs. Dann weicht das rhythmische Kettenklirren, das verdächtig an Satansbeschwörung erinnert, langsam den typischen Melodien des norwegischen Black Metal.

Dieser Genremix, der seit April 2016 im Netz für Aufsehen sorgt, stammt von Zeal & Ardor (zu Deutsch: „Hitze und Eifer“). Auf dem Album „Devil is Fine“ werden die typischen Themen des Black Metal - Rituale, Menschenopfer, Feuer und Blut thematisiert. Und Zeal & Ardor treibt die Blasphemie noch weiter, indem die teuflischen Texte mit den spirituellen Gesängen der schwarzen Kettensklaven (der sogenannten „Chain Gangs“) unterlegt werden. Black Metal goes Baumwollfeld!

Der Ansatz von Zeal & Ardor ähnelt dem der „Alternative History“ und geht von zwei Überlegungen aus: Das Christentum wurde den schwarzen Sklaven in Amerika aufgezwungen (dies haben sie übrigens mit den Skandinaviern gemein), und der Black Metal entwickelte sich in den 90er Jahren aus der Ablehnung des christlichen Monotheismus (seine radikalsten Vertreter begingen sogar Morde oder zündeten Kirchen an). Was wäre, wenn sich auch die amerikanischen Sklaven auf diese Weise gegen das Christentum aufgelehnt hätten? Anders gesagt: Wie würde ihr Gesang klingen, hätten sie sich Satan zugewandt? Die Verknüpfung der schwarzen Sklavenmusik mit einem sehr speziellen Metal-Genre aus dem weißen Nordeuropa ist alles andere als harmlos. Denn trotz Chuck Berry, Little Richard, James Brown und Jimi Hendrix sind Hard Rock und Metal noch immer fest in der Hand der weißen Mittelschicht ... Die fiktive Musik von Zeal & Ardor greift den Meineid der Weißen auf: „Der Fluss färbt sich rot vom heiligen Blut. Nur ein toter Gott ist ein guter Gott.“